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Optimist
 
www. einfachbluehende-dahlien.de
  7. Kulturanleitung und Pflegehinweise

 

Standort: Geeignet ist jeder normale, gut wasserdurchlässige Boden in sonniger Lage. Dahlien vertragen jedoch keine Staunässe, wie sie bei Tonböden vorkommt. Sie dürfen nicht unter Bäume oder Sträucher gepflanzt werden.

Die Kulturanleitung und die Pflegehinweise für Einfachblühende Dahlien und Halskrausendahlien unterscheiden sich nur in einer Hinsicht von denjenigen für gefüllt blühende Dahlien.

Das weiter unten im Abschnitt Allgemeine Pflege beschriebene Ausputzen ist bei Dahlien dieser beiden Klassen noch viel wichtiger als bei den gefülltblühenden Dahlien.

Bodenvorbereitung: Der Boden sollte bereits im Herbst gründlich umgegraben oder mit dem Sauzahn oder der Grabegabel möglichst tief aufgelockert werden. Sollte gut verrotteter Stallmist vorhanden sein, wird dieser im Herbst mit eingebracht. Im Frühjahr, kurz vor der Pflanzzeit, kann zusätzlich ein mineralischer oder organischer Volldünger auf den Boden gestreut und der trockene Boden mit dem Kultivator oder Grubber gut durchgearbeitet werden. Bei extrem schweren Böden empfiehlt sich eine Lockerung des Bodens mit Sand (Körnung 0/2, gewaschen). Bei leichten Sandböden verbessert eine 2- 5 cm dicke Kompostschicht den Humusanteil für ein aktives Bodenleben. Ebenso günstig wirken sich Gaben von Hornspänen oder, weil Kalium enthaltend, getrockneter Geflügeldünger aus. Alle 2 - 3 Jahre sollte im Garten eine Bodenprobe zur Bestimmung der Hauptnährstoffgehalte (Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium) genommen werden. Adressen für die Untersuchung sind bei den örtlichen Kleingarten- und Gartenbauvereinen zu erfahren.

Nebenstehend haben wir mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolengesellschaft e.V. (DDFGG) den Text von deren Merkblatt übernommen. An diesem Text hält diese Gesellschaft das Copyright.

Pflanzzeitpunkt: Je nach Kleinklima und Witterung werden die Knollen von Mitte bis Ende April ausgepflanzt. Eine Pflanzung ist auch im Mai noch möglich. Die Eisheiligen brauchen nicht abgewartet zu werden, weil die letzten Fröste nicht mehr in den Boden eindringen. Mehrjährige größere Knollen müssen vor dem Einpflanzen auf jeden Fall mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere geteilt werden. Alle Teilungsstücke müssen Knospen (Augen) oder bereits Triebansätze am Wurzelhals haben.

An einigen Stellen haben wir geringfügig abweichende eigene Erfahrungen in eckigen Klammern und Schrägsatz hinzugefügt.

Pflanztechnik bei Knollen: Es empfiehlt sich, schon bei der Pflanzung einen Holzpfahl, Bambusstab oder Eisenstab neben die Knolle in das Pflanzloch zu stecken. Die Länge des Stabes richtet sich nach der Wuchshöhe der Dahliensorte. Die Stäbe können auch erst später, nach dem Austreiben der Dahlien, aufgestellt werden. Am Stab lässt sich gut das Etikett mit dem Namen der Dahliensorte befestigen.
Mit dem Spaten wird je nach Größe der Knolle ein ausreichend tiefes Pflanzloch ausgehoben und die Knolle locker hineingelegt. Die Knolle muß 3 bis 5 cm mit Erde bedeckt sein. Wichtig sind ausreichende Pflanzabstände.

 

Pflanzabstände:
80 bis 100 cm für hohe Sorten bis maximal ca. 180 cm
60 bis 70 cm für mittelhohe Dahlien bis 120 cm Höhe
30 bis 40 cm für niedrige Beetdahlien


 

Aufbinden: Alle Dahlien mit einer Höhe über 50 cm müssen wegen ihrer nicht ausreichenden Standfestigkeit mehrmals aufgebunden werden. Als Bindematerial eignet sich eine dünne Sisalschnur, die im Herbst mitkompostiert werden kann. Die Stängel werden nicht direkt am Pfahl festgebunden. Die Schnur wird vielmehr als Ring im Abstand von ca. 30 cm – 40 cm von Bindung zu Bindung um die ganze Pflanze geschlungen und verknotet.


 

[Risikobereite Dahlienfreunde können auch erst später, wenn das Längenwachstum der Pflanzen schon weit fortgeschritten ist, die Dahlientriebe einzeln an Stäbe anbinden. Die Stäbe werden neben der Knolle eingesteckt.
Die Triebe werden stärker, wenn sie nicht von vornherein angebunden sind und sie dem Wind ständig widerstehen müssen. Die Stäbe sollten unten gut angespitzt sein, damit der umliegende Boden beim Einstecken verdichtet wird und der Stab deshalb fester steht. Tonkin- oder Bambusstäbe sind weniger geeignet, da man sie nicht gut anspitzen kann.]


 

Gießen: Nach dem Pflanzen dürfen die Knollen nicht gegossen werden, um Fäulnis zu vermeiden. Erst nach dem Erscheinen der ersten Triebe kann bei trockenem Boden gegossen werden. Stationäre Tropfschläuche sind gut geeignet, da sie den Gießaufwand und die Gefahr von Pilzbefall an den Blättern vermindern.

[Bei gut Wasser durchlässigem Boden empfiehlt es sich jedoch, die Knollen nach dem Pflanzen anzugießen. Dadurch werden auch die Hohlräume zwischen den Zehen mit Bodenmaterial aufgefüllt und wird das Anwachsen erleichtert. Bei diesen Böden ist die Fäulnisgefahr durch das Angießen gering.]


 

Allgemeine Pflege: Von den frisch erscheinenden Trieben werden bei größeren Sorten nur die zwei bis drei stärksten belassen und die übrigen ausgebrochen [oder ausgerissen, wobei man mit der anderen Hand die übrigen Triebe nach unten drückt.] . Bei kleineren Dahlien kann man mehr Triebe stehen lassen. Während des Wachstums ist es empfehlenswert, den Boden gelegentlich mit einem Kultivator oder Grubber zu lockern. Wichtig ist das „Ausputzen“ der Dahlien. Verblühte Blumen und Samenansätze sind zu entfernen, um die Pflanze zu weiterer Blüte anzuregen.


 

Düngung: Ist ein guter Gartenboden vorhanden, kann auf eine zusätzliche Düngung verzichtet werden. Ansonsten kann 2 bis 3 Wochen nach Erscheinen der Triebe pro Dahlienpflanze ein gehäufter Esslöffel mineralischer Volldünger (z.B. Nitrophoska blau) oder organischer Dünger (z.B. Horn-, Knochenmehl oder getrockneter Hühnermist) gegeben werden. Die Düngung kann bei Bedarf im Juli wiederholt werden, bevor die Blütenbildung einsetzt. Im Herbst [ab Anfang August] nicht mehr düngen, damit die Knollen besser ausreifen und im Winterquartier nicht faulen.

  Pflanzenschutz:
Tierische Schädlinge: Im Frühjahr während des Austreibens der Knollen besonders auf Schneckenfraß achten. Die Schnecken sind tagsüber, außer bei Regenwetter, nicht zu sehen. Nachts fressen sie dann mit Vorliebe die zarten jungen Austriebe der Knollen ab. Zur Bekämpfung der Schnecken eignet sich Schneckenkorn, welches im Fachhandel erhältlich ist. Nachts lassen sich die Schnecken an den Pflanzen gut im Lichte einer Taschenlampe erkennen und einsammeln. Die Vernichtung der eingesammelten Schnecken ist allerdings ein Problem, was jeder selbst lösen muss.[Schnecken haben kein Schmerzempfinden. Dennoch sollte die Beseitigung so schnell wie möglich geschehen. Durchschneiden und Überbrühen sind zwei schnell wirkende Methoden.]
Alle nebenstehenden Ratschläge werden Ihnen helfen, in Ihrem Garten ein pausenloses Blütenfeuerwerk der Dahlien von Juli bis zum ersten Frost zu erleben. Blattläuse und Blattwanzen werden bei starkem Befall während der Wachstumszeit bekämpft. Gut geeignet sind Präparate auf Pyrethrumbasis oder Schmierseifenpräparate. Als biologische Helfer seien Marienkäfer, Schwebfliege, Florfliege sowie deren Larven erwähnt, die allerdings bei chemischer Bekämpfung mit abgetötet werden. Deswegen nicht gleich spritzen, die Nützlinge stellen sich nach kurzer Zeit ein.
Sie werden in kurzer Zeit merken, dass die Dahlien zu den problemlosen Gartenpflanzen gehören, die jeden Garten und jede Vase verschönern. Pilz- und Viruskrankheiten.:

Viruskranke Pflanzen
sind an ihrem schwachen, leicht verkrüppelten Wuchs mit gelbgrüner Laubfärbung zu erkennen. Die Pflanzen müssen sofort entfernt werden, da durch Schnitt und Blattläuse der Virus auf gesunde Pflanzen übertragen werden kann. Die kranken Pflanzen nicht kompostieren!
Möchten Sie sich noch umfassender über die Dahlien und ihre Kultur informieren oder suchen Sie fachlich versierte Gesprächspartner oder einfach nur den Austausch unter Gleichgesinnten, dann melden Sie sich bitte bei:

Bei Befall mit Blattfleckenkrankheit, erkennbar an gelben, später braunen Flecken, müssen die unteren Blätter in Erdnähe komplett entfernt werden. Bei stärkerem Befall muss mit einem zugelassenen Pilzmittel gespritzt werden. Empfehlenswert ist eine vorbeugende Spritzung, bevor sich der erste Befall zeigt.

Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolengesellschaft e.V. (DDFGG)
Geschäftsführerin Bettina Verbeek
Maasstraße 153
47608 Geldern- Walbeck
Tel.: 0 28 31/99 36 21
Fax: 0 28 31/99 43 96
DDFGGinfoVerbeek@t-online.de
www.ddfgg.de und www.dahlie.net

[Einen Link zur Internetpräsentation der DDFGG finden Sie auf Seite 8.]

Überwinterung: Nach dem ersten Frost sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Die Knollen bleiben dann noch ungefähr eine Woche im Boden, damit sie ausreifen können. Beim Herausnehmen, möglichst bei trockenem Wetter, werden die Stängel ca. 5 cm über dem Wurzelhals abgeschnitten und die Erde vorsichtig von den Knollen abgeschüttelt. Optimal ist ein nicht zu feuchter, nicht zu trockener, frostfreier Aufbewahrungsraum von durchschnittlich + 6°C, z.B. der Keller ohne Heizung. In einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit sollten die Knollen in trockenen Sägespänen aufbewahrt werden. Bei der Verwendung von Sägemehl besteht Erstickungsgefahr. In einem zu trockenen Raum dagegen schrumpfen die Knollen. Zur besseren Aufbewahrung gegen Austrocknung kommen 4- 5 Knollen in einen [transparenten] Plastikbeutel, in den seitlich einige Luftlöcher gestochen werden [mit einem Bürolocher]. Während des Winterlagers müssen die Dahlienknollen immer wieder [etwa alle 4 Wochen] auf Fäulnis kontrolliert und bei Befall aussortiert werden! [Dabei reicht es aus, befallene Zehen und Wurzelhalsteile wegzuschneiden.]

  [Zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen Virusübertragung. Wer noch mehr gegen die Übertragung von Viren tun will, sollte beim Teilen von Knollen, beim evtl. Wegschneiden von überschüssigen Trieben oder Seitentrieben und beim Entfernen kranker Knollenteile im Winter das Schnittwerkzeug vor jedem Wechsel der behandelten Pflanze desinfizieren. Das kann z. B. durch Eintauchen in eine Lösung einer halben 1 g-Chinosoltablette in 1/2 Liter Wasser geschehen.]